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Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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Тема: Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS) (Прочитано 1907 раз)
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Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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31 Январь 2025, 15 : 29 : 22 »
Rheinisch-Westfälische Sprengstoff-Aktiengesellschaft, Abtheilung Nürnberg, vorm. H. Utendoerffer.
Metallpatronenhülsen-, Zündhütchen- und Geschofsfabrik.
Im Jahre 1886 vereinigten sich eine Anzahl hervorragender Bergwerks - Unternehmer des rheinisch-westfälischen Montangebietes zu einer Aktiengesellschaft, um die dem Bergbau dienenden Sprengstoffe, sowohl für den eigenen Bedarf, als auch für den Handel zu fabriciren. Diese Gesellschaft, die ihren Sitz in Köln nahm, kaufte zunächst die Dynamit-Fabrik zu Rönsal an der Wupper und erwarb dann, um die in solchen Betrieben mitunter vorkommenden Störungen leichter tragen zu können, auch die Dynamit-Fabrik bei Förde, mit deren Hilfe es bald gelang, die Produktion so zu vergröfsern, daſs ein umfangreiches Ausfuhrgeschäft sich entfalten konnte. In dieser Weise trug die Gesellschaft wesentlich dazu bei, daſs Deutschland, wie in allen andern Zweigen der chemischen Industrie, so auch in dem der Sprengstoff-Fabrikation eine weltbeherrschende Stellung gewann, denn mit etwa 80 Procent ist es in diesem Fache an der Weltversorgung betheiligt. Die Gründlichkeit des Denkens und Thuns, die den Deutschen oft schwerfällig erscheinen läfst, gereicht uns auf dem chemischen Gebiete und besonders auf dem in Rede stehenden, sehr zum Vortheil, da gerade die Sprengstoffe, wenn sie durchaus zuverlässig sein und bleiben sollen, die sorgfältigste Zubereitung auf wissenschaftlich genau durchdachter Grundlage beanspruchen, eine Forderung, die eben der Deutsche, vermöge seiner Geistes- und Charakteranlagen vorzüglich zu erfüllen weifs. So kommt es, daſs die deutschen Sprengstoff-Fabrikate ob ihrer gewissenhaften Herstellung immer mustermäfsig ausfallen und stets das leisten, was sie versprechen.
Mit der Zunahme der Produktion machte sich bei dem rheinisch-westfälischen Unternehmen bald das Bedürfniſs geltend, die zur Explosion des Dynamits nothwendigen Sprengkapseln in eigenem Betrieb herzustellen und es wurde darauf hin im Jahre 1888 eine Sprengkapsel-Fabrik zu Troisdorf, oberhalb Deutz an der rechtsrheinischen Eisenbahn, angelegt und zur Massenerzeugung eingerichtet.
Der grofse Bedarf an neuer Munition, den die Militärmächte nach Einführung der kleinkalibrigen Gewehre und des rauchlosen Pulvers zu decken hatten, veranlafste die rührige Leitung der Sprengstoff-Aktiengesellschaft 1889 zu Troisdorf eine Munitionsfabrik und in den Jahren 1890-91 ebendaselbst eine Fabrik zur Herstellung von rauchschwachem Pulver anzulegen. Diese Fabriken wurden auf Grund ihrer vorzüglichen Leistungen alsbald mit staatlichen Aufträgen betraut und in der Folge auch zu weiteren Lieferungen herangezogen.
Ein wichtiger Theil der Metallpatrone ist das Zündhütchen, das im Boden derselben eingefügt und im geladenen Gewehr entweder durch den Stofs eines Zündbolzens, oder durch den Schlag eines Hahnes zur Explosion gebracht, den Patronensatz entzündet und so den Schufs verursacht. Von der sicheren Wirkung des Zündhütchens hängt somit der Gebrauchswerth der Patrone ab, der namentlich für das Militärgewehr aufser Frage stehen muſs. Für die Erzeugung von Kriegsmunition ist daher die Beschaffung von zuverlässigen Zündhütchen in ausreichenden, besonders in Kriegszeiten gesicherten Mengen, von grofser Bedeutung und es war deshalb für die rheinisch-westfälische Gesellschaft ein glücklicher Umstand, daſs sie im Jahre 1889 die im Fach schon rühmlich bekannte Zündhütchen-, Metallpatronen- und Geschofs-Fabrik von H. Utendoerffer in Nürnberg käuflich erwerben konnte.
Diese Fabrik war im Jahre 1856 unter der Firma Kirchdoerffer & Utendoerffer gegründet worden und befafste sich anfangs nur mit der Herstellung metallener Zündhütchen für Schiefsgewehre. Es war ein Unternehmen, das nur wenige Arbeiter beschäftigte und ein kleines einstöckiges Gebäude nebst einem Laboratorium als Betriebsanlage umfaſste. Nach kurzer Zeit trat Kirchdoerffer aus dem Geschäftaus, das nun von H. Utendoerffer unter seinem Namen allein weiter geführt und durch gute Leistungen so vorwärts gebracht wurde, daſs die Fabrik schon nach wenigen Jahren vergröfsert werden konnte. Als nach dem Kriege von 1866 mit der allgemeinen Einführung der Hinterlade-Gewehre für diese, neben den Patronen mit Zündspiegeln, auch solche mit Zündhütchen aufkamen, nahm die Firma Utendoerffer, die bisher nur für Vorderlader fabricirt hatte, auch die Herstellung dieser neuen Sorten auf und zeichnete sich darin bald so aus, daſs sie mit Lieferungen für Heeresverwaltungen betraut wurde.
Das preuſsische Zündnadelgewehr mit seiner Papierpatrone und das französische, mit einer Stoffpatrone bediente Chassepotgewehr waren in ihrer Leistungsfähigkeit durch den von L. Werder konstruirten Hinterlader, der eine Metallpatrone anwandte, schnell übertroffen worden und auf letztere lenkte sich nun die Aufmerksamkeit der Gewehrtechnik, die zunächst darauf ausging, die anfangs noch ziemlich rohe Formgebung der Patrone zu verbessern. Wohl die erste Fabrik, die in Deutschland sich der Herstellung von Metall-Patronenhülsen zuwandte, war die von H. Utendoerffer, die 1868 diesen Zweig aufnahm. Seitdem hatte sie denselben so entwickelt, daſs es wohl kein Gewehrsystem gab, für das sie nicht Patronenhülsen hätte liefern können. Auch in dieser neuen Fabrikation hatte die Firma gleich vom Anfang an den bisher stets befolgten Grundsatz festgehalten, nur Mustergiltiges zu erzeugen und so fehlte es denn auch nicht an Bestellungen verschiedener Militär-Verwaltungen, die stets zur gröfsten Zufriedenheit ausgeführt wurden. Der Ruf der Utendoerffer'schen Metall-Patronenhülsen drang auch weit über Deutschlands Grenzen hinaus, aus allen Erdtheilen Aufträge herbeiführend, deren treffliche Erledigung zahlreiche Anerkennungsschreiben bekunden.
Hand in Hand mit der Fabrikation von Patronenhülsen entwickelte sich auch die von Geschossen. Durch genaue Kalibrirung und saubere Ausführung ausgezeichnet, trugen die für alle Hülsensorten angefertigten Geschosse auch ihrerseits dazu bei, den Ruf der Utendoerffer'schen Fabrik des Weiteren zu begründen und so erfreute sich dieselbe eines wohlverdienten Ansehens, das ihre Erwerbung durch die Rheinisch-Westfälische Sprengstoff-Aktiengesellschaft nur empfehlen konnte.
Ihren gröfseren Zielen gemäſs, ging diese Gesellschaft gleich daran, die mit 60 Arbeitern übernommene Fabrik bedeutend zu erweitern und es entstand auf einem ca. 8000 qm messenden Grundstück eine in 3 langen Gebäudereihen sich ausdehnende Betriebsanlage, die mit allen die Fabrikation vervollkommnenden Maschinen und Apparaten aufs reichste ausgestattet, für gewöhnlich 200 männlichen und weiblichen Arbeitern Beschäftigung gewährt. Der Betrieb umfafst folgende Hauptzweige: Die Fabrikation von Zündhütchen, von Patronenhülsen und von Geschossen
I. Die Zündhütchen-Fabrikation.
Ein Zündhütchen besteht aus der Kapsel, dem Zündsatz und der Bedeckung desselben und dementsprechend zerfällt die Fabrikation in die Herstellung und die Zusammensetzung dieser Theile, - Arbeiten, die an sich zwar einfach sind, in ihrer Ausführung aber die gröfste Genauigkeit und Sorgfalt erfordern.
Zur Herstellung der Kapseln dienen Messing- oder Kupferbleche, die zunächst in schmale Streifen geschnitten werden, aus denen auf einer sehr sinnreich konstruirten Maschine in schneller Folge Plättchen ausgestanzt und gleichzeitig durch Pressung geformt und in vorgeschriebener Höhe abgeschnitten werden. Mit den vorhandenen 12 Kapselmaschinen, die nach eigenem System in der Fabrik selbst gebaut worden sind, können täglich ca. 1 1/2 Millionen Kapseln angefertigt werden.
Man sollte meinen, daſs die Füllung der Kapseln mit einer genau bemessenen Menge Zündsatzes eine ebenso schwierige, als zeitraubende Arbeit sein müsse. Dem ist aber nicht so, denn überraschend schnell vollzieht sich dieselbe mit Hilfe eines durch geniale Einfachheit ausgezeichneten Apparates. Auf einer zur Aufnahme von etwa 100 Kapseln durchlochten Bronzeplatte, die durch Einrütteln mit Kapseln besetzt worden ist, wird eine zweite, in genau gleichen Maſsen durchlochte Bronzeplatte so verschoben, daſs sie die Löcher der ersten nach oben und gleichzeitig ihre eigenen nach unten abschliefst. Ueberstreicht man nun die Oeffnungen der oberen Platte mit dem pulverförmigen Zündsatz, so füllt eine jede derselben sich mit einer, durch die Stärke der Platte und den Durchmesser der Oeffnungen bestimmten Menge des Satzes, der dann durch Verschieben der oberen Platte in die mit den Kapseln besetzten Oeffnungen der unteren gestrichen, eine jede Kapsel mit einer gleichen Menge füllt. Hiernach warden die also mit wenigen Handbewegungen gefüllten Kapseln, die in ihrer Platte verbleiben, auf einer Presse, die ebenso viele Stempel als jene Oeffnungen zählt, gleichzeitig vorgepreſst, dann im Ganzen mit einem Blatt Stanniol belegt und auf einer andern Presse unter starkem Druck festgepreſst, wobei der Satz zugleich mit einem aus dem Stanniol ausgestanzten Deckplättchen belegt wird. Hiernach werden die nun gebrauchsfertigen Zündhütchen je nach Bestellung noch lackirt, was ebenfalls plattenweise, durch Uebertragung eines Tröpfchens Lackes mittels eines mit Stiften versehenen Rahmens geschieht. In dieser Weise vollzieht sich die ganze Herstellung der Zündhütchen ungemein schnell und durchaus probemäſsig, so daſs die gröfsten Aufträge in kürzester Zeit vollkommen nach Vorschrift ausgeführt werden können.
In Folge ihrer zuverlässigen Leistungen ist denn auch die Fabrik immer mit Militärlieferungen beschäftigt und viele Heeresverwaltungen gehören zu ihrer stehenden Kundschaft.
Aufser den Zündhütchen für Kriegsmunition liefert die Fabrik auch alle im Handel vorkommenden Arten für Vorder- und Hinterlader, für Jagd- und Scheibenmunition u. a. m., im Ganzen etwa 50 Sorten. Ein hervorragendes Erzeugniſs sind die mit Geschofs versehenen Flobert-Zündhütchen mit doppeltem Boden (System Bosquette). Unübertroffen in der Sorgfalt der Ausführung, die einen stets gleichmäſsigen Schufs sichert, haben dieselben das Fabrikat ihres Erfinders selbst in dessen eigenem Vaterland schon vielfach verdrängt und sich einen europäischen Ruf erworben.
Die Jahresproduktion der Nürnberger Fabrik beziffert sich auf ca. 150 Millionen Zündhütchen, eine Leistung, die auf einen, über alle Erdtheile ausgedehnten Absatz gegründet ist.
Wie die Wirksamkeit der Patrone an erster Stelle von der des Zündhütchens bedingt ist, so hängt diese von der Beschaffenheit des Zündsatzes und mithin von dessen Zubereitung ab. In der Hauptsache aus Knallquecksilber bestehend, kann ein vollkommen zuverlässiger Zündsatz nur gewonnen werden, wenn jenes Präparat, frei von allen störenden Nebenbestandtheilen, in chemischer Reinheit dargestellt wird. Dementsprechend muſs der Bereitung des Knallquecksilbers die grösste Aufmerksamkeit gewidmet werden, um so mehr, als hierbei Nachlässigkeiten leicht bedenkliche Explosionsunfälle verschulden können. Dank dem wissenschaftlich und praktisch erprobten Verfahren und dank der peinlichen Ueberwachung aller Arbeiten, vollzieht sich dieser Betrieb immer in bester Ordnung, ein tadelloses Produkt liefernd. Die leicht gebauten Laboratorien-Räume sind, zum gröfseren Schutz der benachbarten Betriebsgebäude, mit 7 m starken, sehr hohen Wällen umgeben, so daſs eine etwaige Explosion die Umgebung kaum in Mitleidenschaft zu ziehen vermag. Selbstverständlich sind die Laboratorien-Räume nur elektrisch beleuchtet.
II. Die Fabrikation der Patronenhülsen
ist im Nürnberger Betrieb hauptsächlich auf die Herstellung von Metallhülsen für Jagd- und Scheibenmunition gerichtet, doch ist sie im Stande auch alle andern Sorten, namentlich für den Kriegsbedarf zu liefern. Es lässt sich denken, daſs seit mehr als einem Vierteljahrhundert, daſs in der Nürnberger Fabrik dieser Zweig gepflegt wird, für jedes Gewehrsystem und jedes Kaliber einmal Patronenhülsen angefertigt worden sind und so kommt es, daſs jetzt allein an Hülsen für Jagd- und Scheibenmunition ca. 400 Sorten als Lagerbestände oder als Muster vorhanden sind. Gewisse Sorten, die sich besonders bewährt haben und allerwärts bezogen werden können, sind von mehreren grofsen Waffenfabriken in Suhl (J. P. Sauer & Sohn* und Im. Meffert) und in Lüttich (Piper & Co.) als maſsgebend für ihre Gewehrkonstruktionen angenommen worden, eine Anpassung, die der Verbreitung der beiderseitigen Erzeugnisse sehr zu Statten kommt.
Die Hülsenfabrikation vollzieht sich durchaus auf mechanischem Wege, mit den leistungsfähigsten Maschinen mustergiltige Erzeugnisse in grofsen Mengen hervorbringend. - Es ist ein langer Weg, den die Arbeitsstücke bis zur Vollendung der Hülse durchlaufen müssen. Eine Messingtafel, deren Stärke sich nach der Länge der Hülse richtet, wird mittels einer Kreisfraise in Streifen zerschnitten, aus denen, nachdem sie zur Erzielung gröfster Gleichmäſsigkeit einige Walzwerke passirt haben, kreisrunde Scheiben ausgestanzt werden. Dieselben werden erst durch Pressen zu Näpfchen geformt und dann auf Ziehbänken durch Stempelwirkung in einer durch Ausglühen mehrmals unterbrochenen Behandlungsfolge unter allmählicher Verringerung des Querschnitts zur vorgeschriebenen Länge ausgezogen. Hieran schliefst sich das Pressen des Bodens, der einen Rand oder eine Nute und zur Aufnahme des Zündhütchens eine Höhlung mit einem «Ambofs» genannten Vorsprung erhält und durch Bohren mit zwei Zündkanälen versehen wird. Nachdem dann die Hülse auf ihre richtige Länge und auch der Bodenrand genau gefraist worden sind, gelangen sie in ein Säurebad, worauf sie gut ausgewaschen und getrocknet werden. Je nach ihrer Gröfse gehen die Hülsen bis zu ihrer Vollendung durch 20 - 30 Hände, wobei in allen mafsbestimmenden Theilen eine sorgfältige Prüfung mittels genauer Mafsleeren und schliesslich, bevor sie auf das Lager kommen, noch eine letzte Kontrole aller Dimensionen erfahren. Da nur bestes Metall zur Verwendung kommt, so erhalten diese in allen Beziehungen so genau gearbeiteten Hülsen eine groſse Dauerhaftigkeit. Zahlreiche Anerkennungen sprechen sich hierüber aus. So schreibt z. B. ein Schütze aus Hannover, dafs eine Hülse nach Abgabe von 120 Schüssen, innerhalb dreier Tage, noch so gut, wie neu gewesen sei, und ein Oberförster berichtet, dafs er mit einer Lancaster-Hülse 400 Mal geschossen habe.
Mit den zahlreichen, zumeist in der mechanischen Werkstätte der Fabrik selbst gebauten Spezialmaschinen ist der Nürnberger Betrieb im Stande, täglich bis zu 100 000 Stück Hülsen herzustellen. Eine solche Produktion vermag derselbe auch für den Militärbedarf zu leisten und so bietet mit dieser und der Troisdorfer Fabrikation die Rheinisch-Westfälische Sprengstoff-Aktien-Gesellschaft für die Beschaffung von Kriegsmunition einen guten Rückhalt.
III. Die Geschofsfabrikation
liefert Bleigeschosse für Jagd- und Scheibenpatronen und Mantelgeschosse für Militärmunition. Die ersteren werden aus Bleidraht durch selbstthätig abschneidende und formende Maschinen geprefst und dann, soweit es sich um Spitzgeschosse handelt, abgedreht, so daſs sie vollkommen rund und centrirt die Treffsicherheit nach Möglichkeit erhöhen. Die ebenfalls geprefsten, kugelrunden Geschosse erhalten zwischen rotirenden Scheiben ihre Formvollendung und damit, bei dem sehr gleichartigen Material, die zum sicheren Treffen nothwendige Uebereinstimmung des geometrischen Mittelpunktes mit dem Schwerpunkt. Die Fabrik liefert für alle von ihr hergestellten Hülsen auch die dazu passenden Geschosse, womit ein groſser Sortenreichthum gegeben ist.
Was die Fabrikation der Mantelgeschosse anlangt, so wird zunächst einerseits der Mantel aus einer Scheibe Nickelblech ähnlich wie die Patronenhülse, andererseits der Kern aus Hartblei geprefst, worauf dieser in den Mantel unter starkem Druck eingefügt wird. Da die Treffsicherheit dieser kleinkaliberigen Mantelgeschosse sehr von der richtigen Belastung des Querschnitts, also vom Gewicht des Geschosses abhängt, so muſs jedes gewogen werden. Hierzu dient eine sehr sinnreiche Maschine, die automatisch die zu leichten und zu schweren Geschosse auf besonderen Wegen aussondert und nur die probemäfsigen passiren läfst.
Die mechanische Werkstätte der Fabrik liefert aufser den Werkzeugen, Leeren und Probeformen, wie bemerkt, auch die Spezialmaschine, die auf Grund der im Betrieb gesammelten Erfahrungen immer mehr vervollkommnet werden.
Zum Betrieb der ganzen Fabrik dient eine 40pferdige Dampfmaschine, die auch die Dynamo-Maschine für die elektrische Beleuchtung mit mechanischer Kraft versorgt.
(Bayerns grossindustrie und grosshandel. Verfasst und herausgegeben von L. C. Beck. I Theil Maschinen-und Mtnfllwaaren-Fabrikation des Industriebezirkes Nürnberg-Fürth. Nürnberg 1895.)
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Re: Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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Ответ #1 :
31 Январь 2025, 16 : 10 : 31 »
Rheinisch Destfälische Sprengstoff-Actien-Gesellschaft Abteilung Nürnberg
(vorm. H. Utendörffer).
Im Jahre 1856 erhielt die damalige Firma Kirchdörffer & Utendörffer die Konzession zur fabrikmässigen Anfertigung von metallenen Zündhütchen für Schiessgewehre. Die Fabrikation beschränkte sich zunächst auf Zündhütchen für Vorderlader und bestand die ganze Fabrikanlage in einem kleinen einstöckigen Gebäude und dem Laboratorium zur Herstellung des Zündsatzes. Beschäftigt wurden nur wenige Arbeiter.
Bald wurden jedoch auch andere Sorten von Zündhütchen angefertigt und das Bestreben der Fabrik, nur beste Fabrikate zu liefern, wurde durch einen stetig zunehmenden Absatz belohnt, so dass die anfänglichen Fabrikgebäude nicht mehr ausreichten und schon im Jahre 1861 eine erhebliche Vergrösserung eintreten musste.
Es wurden nunmehr alle bekannten Sorten Zündhütchen für Vorderladegewehre, sowie Flobertmunition fabriziert.
Nach Einführung der Hinterladergewehre wurde auch die Anfertigung von Zündhütchen für Hinterladerpatronen aufgenommen und erwarb die vorzügliche Qualität derselben der Fabrik sehr bald das Vertrauen der Heeresverwaltungen und dadurch erhebliche Aufträge.
Im Jahre 1868 führte Utendörffer-Kirchdörffer war inzwischen ausgetreten als der Erste in Deutschland die Anfertigung von Metallpatronenhülsen ein. Dieser Fabrikationszweig hat sich derart entwickelt, dass heute wohl kaum ein Gewehrsystem existiert, wofür nicht Metallpatronenhülsen von der Fabrik erhältlich sind. Auch bei dieser Fabrikation wurde der Grundsatz festgehalten, nur das Beste zu liefern und die Aufträge verschiedener Militär-Verwaltungen bewiesen, dass auch diese Fabrikate den höchsten Anforderungen entsprachen.
Weit über Deutschlands Grenzen hinaus drang der Ruf der Vortrefflichkeit der Utendörffer'schen Metallpatronenhülsen und Aufträge aus allen Teilen der Welt, sowie zahlreiche Anerkennungs-Schreiben legen Zeugnis für dieselben ab.
Hand in Hand mit der Fabrikation von Metallpatronenhülsen, ging die von Geschossen. Zu allen von der Fabrik gefertigten Hülsen sind Geschosse erhältlich und haben dieselben wegen ihrer sauberen Ausführung und Präzision einen wohlbegründeten Ruf.
Im Jahre 1883 wurde unter grosser Beteiligung das 25jährige Bestehen der Fabrik gefeiert. Aus den kleinen Anfängen war im Laufe der 25 Jahre ein grosses Etablissement erstanden, welches nunmehr 29 Betriebsgebäude umfasst.
Im Jahre 1889 wurde die Fabrik von der Rheinisch Westfälischen Sprengstoff-Actien-Gesellschaft, deren Sitz in Köln ist, übernommen.
Dieselbe ist mit allen Kräften bemüht, den guten Ruf des Etablissements nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern auch zu vermehren.
Sie liefert jegliche Art von Zündhütchen, Patronen, Hülsen, Geschossen, sowie fertiger Munition in vorzüglichster Qualität und zu billigen Preisen.
In neuerer Zeit wurde auch mit Anfertigung von Zündhütchen für rauchschwaches Pulver begonnen und haben diese sich in Konkurrenz mit den Erzeugnissen anderer Fabriken als die besten bewährt, was reichliche Aufträge verschiedener Staaten zur Folge hatte.
Alle zur Herstellung der Fabrikate erforderlichen Maschinen werden in der Fabrik selbst konstruiert und hergestellt.
Die Rheinisch Westfälische Sprengstoff-Actien-Gesellschaft besitzt ausser dem Nürnberger Etablissement noch:
die Munitionsfabrik und die Fabrik für rauchschwaches Pulver in Troisdorf bei Köln,
die Sprengzündhütchenfabrik daselbst,
die Dynamitfabriken in Rönsahl und Förde
und beschäftigt dieselbe in allen Werken zusammen circa 1500 Arbeiter.
Die Verbindung des Nürnberger Etablissements mit der Munitionsfabrik und der Fabrik für rauchschwaches Pulver in Troisdorf setzt die Gesellschaft in den Stand, auch die grössten Aufträge in Kriegsmunition zu übernehmen und in kürzester Frist auszuführen.
(Gross-Industrie und Gross-Handel von Nürnberg-Fürth und Umgebung. Herausgegeben von Hans Lotter. Mit einer Einleitung von J. M. Lotter. Nürnberg. 1894)
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Re: Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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Ответ #2 :
02 Февраль 2025, 13 : 11 : 24 »
Реклама продукции RWS. 1896 год.
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Re: Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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Ответ #3 :
26 Февраль 2025, 11 : 18 : 36 »
Товарные знаки фирмы RWS зарегистрированные в 1895, 1896 и 1901 году.
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Re: Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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Ответ #4 :
26 Февраль 2025, 13 : 30 : 58 »
Торговые знаки, зарегистрированные фирмой RWS в 1904, 1909, 1910 и 1912 годах.
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Re: Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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Ответ #5 :
27 Февраль 2025, 07 : 12 : 51 »
Торговые марки, зарегистрированные фирмой RWS в 1899, 1913 и 1923 году.
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Re: Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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Ответ #6 :
27 Февраль 2025, 17 : 50 : 26 »
Торговые знаки, зарегистрированные фирмой RWS в 1922 году.
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Re: Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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Ответ #7 :
28 Февраль 2025, 10 : 28 : 39 »
Торговые знаки, зарегистрированные фирмой RWS в 1904, 1921 и 1922 году.
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Re: Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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Ответ #8 :
28 Февраль 2025, 13 : 32 : 30 »
Торговые знаки, зарегистрированные фирмой RWS в 1896 году.
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Re: Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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Ответ #9 :
28 Февраль 2025, 14 : 02 : 07 »
Торговые знаки, зарегистрированные фирмой RWS в 1895 году.
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Re: Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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Ответ #10 :
28 Февраль 2025, 14 : 32 : 06 »
Торговые знаки, зарегистрированные фирмой RWS в 1896 году.
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Re: Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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Ответ #11 :
01 Март 2025, 12 : 41 : 17 »
Торговые знаки, зарегистрированные фирмой RWS в 1906 и 1912 году.
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Re: Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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Ответ #12 :
01 Март 2025, 13 : 02 : 24 »
Торговые знаки, зарегистрированные фирмой RWS в 1904, 1895, 1896 и 1898 году.
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Последнее редактирование: 03 Февраль 2026, 12 : 16 : 53 от Читатель
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Re: Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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Ответ #13 :
02 Март 2025, 15 : 45 : 50 »
Danzig.
Handelsregiſter
Amtsgericht, Abt. 10, Danzig.
Veränderungen:
Am 11. November 1941.
B 2614 jetzt 3004 „RWS⸗ Geco Munitions⸗Geſellſchaft für Polen mit beſchränkter Haftung“, Danzig (Wallgaſſe 15/16). Durch Beſchlüſſe der Geſellſchafterverſammlung vom 9. November 1940 und vom 28. Auguſt 1941 iſt die Firma geändert und das Stammkapital auf Grund der Umſtellungsverordnung vom 16. Januar 1940 und der Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 1940 auf 17 500,.— RM umgeſtellt. Die Firma lautet nunmehr: „RWS⸗Geco Munitions⸗Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung.“ Der bisherige Prokuriſt Hellmut Defoy, Berlin, iſt zum Geſchäftsführer beſtellt. Das Amt des Geſchäftsführers Ludwig Nakulſkt iſt erloſchen.
Торговые знаки, зарегистрированные фирмой RWS в 1897, 1908 и 1911 году.
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Последнее редактирование: 11 Январь 2026, 17 : 17 : 07 от Читатель
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Re: Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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Ответ #14 :
03 Март 2025, 14 : 47 : 25 »
Pарегистрированные фирмой RWS торговые марки.
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Rheinisch-Westfälische Sprengstoff (RWS)
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