Описание гильзы патрона М-71 в книге Kriegsfeuerwerkerei. Zweiter Theil. Die Munition für Handfeuerwaffen. Die Patrone M71. Berlin 1879.
Patronenhülse M/71. (Taf. 1, Fig. 4, 4a, 4b, 5 u. 6.)
Die Patronenhülse M/71 ist von flaschenförmiger Gestalt und aus Messingblech durch Ziehen hergestellt.
Ihren Hauptbestandtheilen nach zerfällt dieselbe in:
den Hülsenmantel, und
den Hülsenboden.
Der Hülsenmantel zerfällt wiederum in 3 Theile:
Pulverraum,
Schweifung und
Geschoßraum.
Der Pulverraum wird durch den hinteren, weiteren Theil der Hülse und der Geschoßraum durch den vorderen, engen Theil derselben gebildet. Beide sind äußerlich schwach konisch, um das Laden der Patrone und das Ausziehen der beschossenen Hülse zu erleichtern.
Der kurze geschweiste Uebergang zwischen Pulverraum und Geschoßraum heißt die Schweifung.
Der Hülsenboden tritt außerhalb und seitwärts über den Hülsenmantel hervor und bildet den Rand der Patronenhülse. Durch den lekteren wird einerseits das Einführen der Patrone in das Patronenlager begrenzt und andrerseits der Kralle des Ausziehers eine geeignete Angriffsfläche geboten.
Die vordere Fläche des Randes heißt deshalb Auszieherfläche. Dieselbe steht senkrecht zur Hülsenaxe.
Die hintere Endfläche des Hülsenbodens - die Reibefläche - steht ebenfalls senkrecht zur Hülsenaxe, ist jedoch aus Fabrikationsrücksichten und um die Reibung des Verschlusses zu vermindern, nach dem Rande zu abgeschrägt, bezw. ausgeschweist.
Hinten in der Mitte des Hülsenbodens befindet sich eine cylindrische Vertiefung - die Zündglocke - zur Aufnahme des Zündhütchens, und, vom Grunde derselben sich wiederum bis etwas über die halbe Höhe erhebend, eine kegelförmige Erhöhung mit abgerundeter Spitze, - der Ambos - welcher dem Zündhütchen als Widerlager dient, wenn dieses durch den Schlagbolzen getroffen wird.
In der durch die Erhebung des Amboses gebildeten ringförmigen Vertiefung am Grunde der Zündglocke sind 2, bei den älteren Hülsen 4, kleine, rechteckige und sich nach dem Pulverraum zu verjüngende Deffnungen - die Zündlöcher - durchgestanzt, welche den Durchgang des Zündstrahls zur Pulverladung vermitteln.
Zur leichteren Einführung des Geschosses und des Zündhütchens sind sowohl die obere, innere Geschoßraumkante, als auch der Zündglockenrand etwas abgebrochen. -
In Betreff der Konstruction der Patronenhülse M/71 § 12. giebt es zwei Hauptarten:
zweitheilige Hülsen, (2A/C) (Fig. 4, 4 a und 4 b)
- der Hülsenmantel und der Hülsenboden sind besonders gefertigt und demnächst durch Nietung verbunden – und eintheilige Hülsen, (Fig. 5 und 6).
- der Hülsenmantel und der Hülsenboden sind aus einem
Stück hergestellt. -
Die eintheiligen Hülsen zerfallen wieder in 2 Unterarten und zwar:
eintheilige Hülsen alter Konstruction (1 A/C) (Fig. 5) mit theilweis geringeren Metallstärken, namentlich im Boden, und
eintheilige Hülsen neuer Konstruction (N/C) (Fig. 6) mit theilweis größeren Metallstärken als die vorige.
Neu gefertigt werden nur noch Hülsen N/C; die in den Beständen vorhandenen Hülsen 1 A/C und 2 A/C warden jedoch aufgebraucht.
Was die Hülsen-Fabrikation anbelangt, so bildet bei der zweitheiligen Hülse der Hülsenmantel ursprünglich eine cylindrische, hinten geschlossene und vorn offene Röhre,
bei welcher die Metallstärke von dem Boden aus, wo sie am größten ist, sich allmälig bis zum vorderen Rande verjüngt. Der besonders gefertigte Boden, (Fig. 4a), hat oberhalb der Auszieherfläche einen etwa 1 mm hohen cylindrischen Ansatz - den Randansak -, von etwas geringerem Durchmesser als der des hinteren Theiles des Pulverraumes und auf diesen sich central aufsekend, einen kleinen Hohlcylinder von ungefähr dem halben Durchmesser des Hülsenrandes, - den Nietring. -
Der Größe des Durchmessers dieses Nietringes entsprechend, wird der Boden des Hülsenmantels central durchlocht; in diese Durchlochung wird der Hülsenboden mit dem Nietring bis zum Nandansaß eingeführt und der nunmehr im Innern des Pulverraumes überstehende Theil durch Umnieten auf den stehen gebliebenen Theil des Bodens des Hülsenmantels - den rechtwinkligen Umbug - festgepreßt.
Die solchergestalt im Mantel und Boden verbundene Hülse wird schließlich durch Formung des Pulverraumes, der Schweifung und des Geschoßraumes 2c. fertig gestellt.
Bei der zweitheiligen Hülse bildet mithin der Boden durch seinen Randansaß einen Theil des Pulverraumes, welcher sich äußerlich durch seinen etwas geringeren Durchmesser in Form einer Einschnürung markirt und hierdurch die zweitheilige Hülse als solche kennzeichnet.
Die zweitheiligen Hülsen mit dem Fabrikzeichen GR weichen in sofern von der Normal-Construction ab, als der rechtwinklige Umbug an seinem innern Rande eine nach unten vorstehende rundliche Wulst bildet, welche in eine entsprechende Vertiefung des Randansaßes eingreift und hierdurch ein seitliches Herausziehen des Hülsenmantels aus der Vernietung erschwert. (Fig. 4b).
Bei der eintheiligen Hülse wird der Hülsenmantel in den ersten Fabrikationsstadien ähnlich, wie bei der zweitheiligen Hülse, hergestellt und demnächst in den Boden die Zündglocke nebst Ambos eingepreßt, sowie durch seitliches Herausziehen des Metalls der Bodenrand gebildet; alsdann erfolgt die Formung von Pulverraum, Schweifung und Geschoßraum 2c., wie bei der zweitheiligen Hülse. -
Bei den eintheiligen Hülsen A/C liegt der tiefste Punkt des inneren Pulverraumes am Mantel um etwa 1 mm hinter der Auszieherfläche; die Mantelstärken sind im größten Theil des Pulverraumes, von hinten beginnend, etwas stärker wie bei der zweitheiligen Hülse, verjüngen sich jedoch ebenfalls allmälig nach vorn.
Bei den eintheiligen Hülsen N/C liegt dagegen der tiefste Punkt des inneren Pulverraumes am Mantel etwa 1 mm oberhalb der Auszieherfläche und das Mantelmetall sekt sich mit größerer Stärke als bei den Hülsen 1 A/C an den massiven Boden an, und geht demnächst erst allmälig in die Mantelstärke der Hülse 1 AC über.
Aeufzerlich sind die eintheiligen Hülsen durch die fehlende Einschnürung oberhalb der Auszieherfläche von den zweitheiligen zu unterscheiden, während wiederum die eintheiligen Hülsen alter und neuer Construction sich dadurch von einander kennzeichnen, daß erstere die gerade Bodenabschrägung der zweitheiligen Hülsen besiken, während bei lekteren an Stelle derselben eine flache Hohlkehle ausgepreßt ist. -
Im Uebrigen sind die äußeren Abmessungen der verschiedenen Hülsenarten einander gleich. -
Sowohl die in den Beständen vorhandenen, als auch die neu anzufertigenden Patronenhülsen sind, bezw. Warden in den Fabriken auf der hinteren abgeschrägten oder ausgeschweisten Fläche des Bodens mit folgenden Fabrikzeichen versehen:
Здесь изображение клейм
Die in den vorstehenden Fabrikzeichen angegebenen Zahlen beziehen sich auf den Monat und das Jahr der Fertigung der Hülsen und ändern sich dementsprechend.
Um die Hülsen bei längerer Lagerung gegen die zersezenden Einflüsse des Pulvers 2c. zu schüßen, werden die zu scharfen Patronen bestimmten im Innern, jedoch nur im Raume für die Pulverladung und für den Wachspfropfen, mit einem Lacküberzuge (Elemilack) versehen.
Ueber die Untersuchung, Abnahme und Verpackung neuer oder in den Munitionsfabriken wieder hergestellter gebrauchter Hülsen enthält der Anhang und in Betreff der Revision und Klassifikation, sowie der Wiederherstellung und Verpackung gebrauchter Hülsen in den Artillerie-Depots der Neunte Abschnitt das Nähere.
Die Aufbewahrung der Hülsen hat in trockenen und lustigen Räumen zu erfolgen.
Ueber die Art und Weise, in welcher die Patronenhülsen M/71 in allen Büchern und Rechnungen der Artillerie-Depots nach den 3 Hauptarten (2A/C, 1A/C und N/C) nachzuweisen sind, siehe § 25 der Verwaltungsbestimmungen, betreffend die Patronen M/71 2c.
Wenn die Verhältnisse eine nähere als die dort angegebene Bezeichnung - z. B. bei Berichterstattungen - wünschenswerth machen, so ist der Konstructionsbenennung noch das oben angegebene Fabrikzeichen, oder, falls leßteres noch nicht festgestellt sein sollte, der Name des Fabrikanten, bezw. Monat und Jahreszahl der Fertigung beizufügen z. B.
Patronenhülsen M/71 2A/C.
Oder do. " 1A/C B. P. S. A.
" do. " N/C S. 1. 76.
" do. " N/C Basse & Selve Altena.