Автор Тема: Немецкая военно-техническая помощь Чили.  (Прочитано 398 раз)

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Die militär-technischen Werkstätten
von
WILH. WADENPHUL. jenieur der Patronenfabrik.
und
ROBERT ÖHLMANN, Chef-Pirotechniker.

Das Bedürfnis einer Neubewaffnung des Chilenischen Heeres trat nach Beendigung des Bürgerkrieges im Jahre 1891 hervor.
Nachdem die chilenische Heeresverwaltung nach eingehenden Versuchen in vielen europäischen Fabriken und Heeren sich in der Hauptsache für deutsches Kriegsmaterial, im besondern für 7.0 und 7.5 cm Gebirgs-und Feldgeschütze. 7 mm Mauser-Gewehre und Karabiner. Artillerie-Munition, Pulver, Säbel, Lanzenbeschläge, komplette Ausrüstungen für Infanterie und Kavallerie, etc. entschieden hatte, war es wünschenswert, auch technisches Personal für die Militär- Werkstätten aus Deutschland heranzuziehen.
Dieser Entschluss kam bei den ausserordentlichen Bestellungen im Jahre 1894-1895 zur Ausführung und erstreckte sich hauptsächlich auf das Personal für Herstellung der Infanterie-Munition. Reparatur des Artillerie-Materials, der  Gewehre und sonstiger Militär-Ausrüstungs-Gegenstände sowie sachgemässer Behandlung der Explosivstoffe, Revision und Fertigstellung der Munition,
1. Die Anfertigung der Infanterie-Munition. Vor Beginn der Neubewaffnung hatte man die Munition fertig oder in ihren Teilen aus dem Auslande bezogen. Die in Chile ausgeführten Arbeiten bezogen sich auf das Füllen der Hülsen mit Pulver und Aufsetzen des Geschosses. Für die Einrichtung einer Munitionsfabrik war es notwendig, die erforderlichen Maschinen anzukaufen, was in Deutschland geschah, die Fabrikgebäude herzurichten, sowie den Betrieb einzuleiten und fortzuführen, wozu ein deutscher Ingenieur der Königlichen Munitionsfabrik Spandau und mehrere Specialarbeiter verpflichtet wurden.
Nach dem Tode des Leiters dieser Abteilung trat ein gleicher Beamter der Deutschen Waffen-und Munitionsfabriken Karlsruhe an seine Stelle, der den Betrieb in derselben Weise fortführte, beständig verbesserte und vergrösserte.
Es wird heute die gesamte Uebungsmunition (Exerzier-und Platzpatronen) sowie ein Teil der Kriegsmunition (scharfe Patronen) hergestellt. Die hierzu erforderlichen Stahl- und Messingnäpfchen sowie Pulver und Zündhütchen sind aus Deutschland bezogen. Dass die chilenische Patronenfabrik vollständig ihren Aufgaben gewachsen ist, geht aus dem Umstande hervor, dass der Uebergang von der Fabrikation der älteren Geschosse zu derjenigen des modernen Spitzgeschosses sich glatt vollzogen hat und dieses heute ohne irgend welche Schwierigkeiten fabrikmässig in Santiago dargestellt werden kann.
Ausser der vorgenannten Munition werden auch die erforderlichen Arbeitswerkzeuge (Matrizen, Stempel, etc ), die Präzisions-Kontroll-Geräte und selbst kleinere, einfache Maschinen hier hergestellt.
2. Die Reparatur- Werkstätte für das Artillerie- Material wurde unter Leitung eines technischen Beamten der Firma Krupp-Essen eingerichtet und allmählich ausgebaut, sowie im Anschluss hieran eine Giesserei für Gusseisen und Kupferlegierungen eingerichtet, so dass heute sämtliche Reparaturen am Artillerie-Material sowie Ersatz einzelner Teile bewerkstelligt werden können und die gesamte Artillerie- Ausrüstung sieh ständig in kriegsbrauchbarem Zustande befindet.
Ferner ist der Anfang der Geschossfabrikation für Artillerie in dieser Abteilung gemacht worden. Es wird heute die Exerzier-Munition und die für das Uebungsschiessen erforderliche Eisenmunition gegossen und fertiggestellt, ebenso können für den Kriegsfall die erforderlichen gusseisernen und bronzenen Munitionsgegenstände aus dem vorhandenen Bestände ohne Schwierigkeiten gefertigt werden.
Dieser Abteilung ist auch die Reparatur der Maschinengewehre unterstellt, welche bisher zur vollen Zufriedenheit ausgeführt worden ist.
In den übrigen Abteilungen und zwar hauptsächlich in der Büchsenmacherei und Sattlerei sind deutsche Beamte und Arbeiter, besonders im Anfang tätig gewesen; jedoch ist ihre Anzahl nach Uebergang in den normalen Dienst sehr reduziert worden.
3. Die pyrotechnische Abteilung, unter Leitung eines ehemaligen Mitgliedes des deutschen Feuerwerks-Personals hat sich besonders mit dem Laden und Fertigmachen der im Auslande erworbenen Artillerie- und Sprengmunition befasst, sowie chemische und ballistische Prüfungen der verschiedenen Pulversorten und Explosivstoffe vorgenommen. Durch theoretischen und praktischen Unterricht ist die Bildung eines hiesigen Feuerwerks-Personals angestrebt worden und für Unterrichts und Orientierungszwecke ist eine Beschreibung der chilenischen Artilleriemunition, ihrer Behandlung und Laborierung sowie anderer pyrotechnischer Arbeiten ausgearbeitet worden, die sich im Druck befindet.
Die Herstellung von Explosivstoffen, Zündhütchen und anderer pyrotechnischer Gegenstände ist noch wenig entwikkelt, weil diese Arbeiten von dem Zustande der chemischen Industrie im Allgemeinen abhängig sind. Jedoch ist durch den Ausbau der Artillerie- und Infanterie-Schiesstände sowie Beschaffung eines vollständigen Laboratoriunis für Explosivstoffe, Beschaffung neuer moderner Flugzeitenmesser und Gasdruckapparate aus deutschen Fabriken für die chemische und ballistische Prüfung der Munition und Sprengstoffe auch in dieser Abteilung ein grosser Fortschritt zu verzeichnen. Es muss hierbei alter betont werden, dass der chilenische General-Direktor der Militär-Werkstätten und Arsenale durch sein umfangreiches Wissen und in voller Erkenntnis der Notwendigkeit eines Fortschrittes viel mitgewirkt hat, ja in manchen Sachen ausschlaggebend gewesen ist.
Wenn heute die chilenischen Militär-Werkstätten dem Heere von grossem Nutzen sind und es in vielen Stücken schon unabhängig vom Auslande gemacht haben, was bei der isolierten Lage des Landes in einem zukünftigen Kriege von ausschlaggebender Bedeutung sein wird, so verdanken sie es in erster Linie ihren verständnisvollen Direktoren, die zum grössten Teil ihr technisches Wissen in Deutschland vervollkommnet haben und nicht zum geringsten der Mitwirkung deutscher Techniker und Arbeiter.
(Deutsche Arbeit in Chile. Band II. Santiago de Chile, 1913.)

 


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